Auswandern: Was dir niemand über Spanien verrät15 min read

Du planst, längere Zeit in Spanien zu verbringen, vielleicht sogar auszuwandern? Das Thema “Auswandern” wird immer beliebter, auch wegen Sendungen wie “Goodbye Deutschland”, in welchen das Auswandern vorgemacht wird. Es gibt immer mehr Auswandererberichte, immer mehr Menschen tauschen ihr gewohntes Leben in Deutschland gegen ein aufregendes Abenteuer im Ausland ein. Spanien ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch ein beliebtes Ziel für Auswanderer. Weg von Deutschland: Dieser Beitrag wir dir einen Einblick in die spanische Kultur und Lebensweise geben.

 

Auswandern Spanien: Was dir niemand vorher verrät..
Auswandern Spanien: Was dir niemand vorher verrät..

 

Du möchtest auswandern, Spanien ist jedoch nicht dein Ziel? In diesem *Ratgeber erfährst du, welche Länder dir Geld bezahlen und dich belohnen, wenn du in ihr Land kommst.

Spanien war für mich selbst nicht nur sehr häufig ein beliebter Urlaubsort (mal kürzer, jedoch auch mal länger), sondern ebenfalls mein Wunschland für meine beiden Auslandssemester. Insgesamt habe ich einen Monat auf Teneriffa, einen Monat in Madrid, sieben Monate in Sevilla und sechs Monate in Barcelona verbracht. Die vielen kleinen Urlaube zähle ich erst gar nicht mit hinein.

Bevor viele auswandern, sehen sie nur die guten Seiten des Landes, denn beispielsweise hat Spanien durchschnittlich 270 Sonnentagen im Jahr. Klingt doch super! Viele bedenken jedoch häufig überhaupt nicht, dass Spanien ebenfalls Regentage und vielleicht nicht so gute Seiten aufweisen kann, bevor der *Koffer gepackt wird und sie in den warmen Süden auswandern.

 

Gleiche Zeitzone, andere Uhrzeiten

Kleiner Exkurs: Wusstest du, dass Spanien rein theoretisch in der “falschen Zeit” lebt? Durch die geographische Lage müsste Spanien theoretisch die gleiche Zeit wie Großbritannien und Portugal besitzen. 1942 wurde von Franco veranlasst, die Uhrzeit an (Nazi-)Deutschland anzupassen. Die Motive hierfür sind bis heute unklar. Exkurs beendet.

Wann klingelt dein Wecker in Deutschland? Wann würde wohl dein Wecker in Spanien klingeln? Schon einmal darüber nachgedacht? Als ich mein Auslandssemester an der Universidad de Sevilla absolviert habe, hat mein Wecker ungefähr um 08:00 Uhr geklingelt. In Deutschland müsste ich mich zu dieser Zeit schon in der Uni befinden! Meine Vorlesungen in Sevilla haben alle erst um 09:30 Uhr angefangen, was für mich eine sehr angenehme Zeit war. In meinem Praktikum in Barcelona musste ich auch nicht um 06:00 Uhr oder um 07:00 Uhr aufstehen, denn eine typische spanische Arbeitszeit ist von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr, in welcher ungefähr eine Stunde Mittagspause gemacht wird.

Nicht nur das Mittagessen, sondern auch das Abendessen findet aus diesem Grund etwas später statt. Während in Deutschland um 12:00 Uhr viele Rentner die Restaurants, Kneipen und Kantinen stürmen, kann es in Spanien gut sein, dass, wenn ein Restaurant zu dieser Zeit überhaupt noch/schon auf hat, noch das Frühstück serviert wird. Ab 13:30 machen viele Restaurants (erst) auf, bestellen kann man meistens jedoch erst ab 14:00 Uhr, da die Restaurants erst einmal die Tische decken, die Köche die Küche anwerfen müssen, etc. Genau das gleiche gilt auch abends. Während in Deutschland um 18:00 Uhr gestürmt wird, kann man ab 19:00, eher 20:00 Uhr in Spanien stürmen. Der Mythos, dass Essen nach 18 Uhr dick machen soll, interessiert die Spanier überhaupt nicht.

Abendessen gibt es meistens zwischen 21 und 22 Uhr. Ich selbst habe damit kaum ein Problem gehabt, da ich bereits in Deutschland immer sehr spät gegessen habe, jedoch gibt es sehr viele, welche große Probleme mit diesen Zeiten haben.

 

Riesen Müllcontainer auf der Straße

Während meine Mutter in Deutschland ihren Mülleimer vor dem Haus mit einem *Schloss abschließen muss, da ständig von Fremden etwas Falsches hineingeworfen wird und deshalb mehrfach der Müll von der Müllabfuhr nicht mitgenommen wurde, stehen in Spanien riesige Müllcontainer ganz offen auf der Straße. Jeder kann in Spanien seinen Müll in die riesigen Container hineinwerfen. Falls es nicht passt, stellt man es einfach daneben. Ganze Schränke, *Waschmaschinen, Toiletten, etc. was in Deutschland als Sondermüll behandelt wird und extra mit einer Liste angemeldet werden muss, stehen ganz selbstverständlich neben den Müllcontainern in Spanien.

So sehen die Müllcontainer in Barcelona aus...
So sehen die Müllcontainer in Barcelona aus…

 

Was ist das für ein Ärger in Deutschland, dass, wenn man einmal Sonder-/Sperrmüll hat, diesen erst anmelden, eine Liste hinschicken muss und dann nur das, was auf der Liste steht mitgenommen wird? Wie oft stand plötzlich etwas neben deinem “Listenmüll” und wurde zu deinem Problem, da jemand Fremdes ihn dazu gestellt hat, die Müllabfuhr diesen jedoch nicht mitgenommen hat, da er nicht auf der Liste stand. Toll… Sollte man seinen (Listen)Müll vielleicht bewachen?! In Spanien geht das ganz einfach: Neben dem Container, egal zu welcher Uhrzeit, abstellen und weggehen. Vielleicht bedient sich jemand Fremdes, vielleicht wird er von der Müllabfuhr abgeholt. Du kannst dir auf jeden Fall sicher sein: Morgen steht er nicht mehr da und das ganz ohne Anmelden, Liste und Probleme.

Währenddessen werden Mülltonnen in Deutschland abgeschlossen...
Währenddessen werden Mülltonnen in Deutschland abgeschlossen…

 

In Spanien gibt es kein Mülltonnensystem wie in Deutschland. Man wirft den Müll einfach in große Müllcontainer, die an jeder zweiten Straße stehen. Die Müllabfur in Spanien muss nicht an jedem Haus anhalten und die einzelnen Mülltonnen ausleeren, sondern einmal täglich fährt ein Müllauto (gerne nachts) durch die Straßen und sammelt ruckzuck den Müll in den riesigen Containern im ganzen Stadtviertel ein. Das geht nicht nur sehr viel schneller, sondern man muss als Hausbesitzer auch nicht ständig darauf achten, was genau heute für ein Mülleimer dran ist, morgens früh aufstehen und den Mülleimer schnell vor die Tür bringen…. Ziemlich stressig in Deutschland!

So sehen Mülltonnen in Sevilla aus... Uneingezäunt auf der Straße, damit jeder seinen Müll dort hineinwerfen kann.
So sehen Mülltonnen in Sevilla aus… Uneingezäunt auf der Straße, damit jeder seinen Müll dort hineinwerfen kann.

 

 

Automuseum auf der Straße

Was ist das schon wieder für ein Ärger in Deutschland? Demnächst können viele mit ihrem Diesel-Auto nicht mehr auf die Arbeit nach Frankfurt fahren, nur weil das Auto Euro 4 und kein Euro 5 besitzt? Man kann das Auto, welches man sich ungefähr vor 1-5 Jahre gekauft hat und nicht einmal ansatzweise abgezahlt hat, eigentlich verschrotten… Diesen Ärger gibt es in Spanien nicht. Man kann mit einem Auto durch die Gegend und in die Städte fahren unter einer Voraussetzung: Es muss einen Motor besitzen und fahren können. Ein Auto ist in Spanien ein Fortbewegungsmittel. Solange es fährt, gibt es keinen Grund es auszutauschen.

Was in Deutschland längst ein Sonderkennzeichen besitzt und als *Oldtimer gilt, fährt in Spanien ganz normal ohne Sonderkennzeichen durch den Straßenverkehr. Besonders in Andalusien kann man häufig nicht einmal mehr die Farbe des Autos erraten. Ist es nun einmal grün, blau oder gelb gewesen? Durch die Sonne ist die Farbe derart ausgeblichen, dass man es wirklich nicht mehr erkennen kann. Dellen, Kratzer, Schrammen und Parkunfälle sieht man ständig. Steckengebliebene Autos in Straßen ebenfalls. Wenn du mir nicht glaubst, schau dir meinen VLOG aus Córdoba an, da fährt ein Lieferwagen durch eine Straße, die genauso breit ist wie der Lieferwagen selbst…

 

Spanisch ist nicht überall Spanisch

Zwei Jahre habe ich an meiner Universität in Deutschland Spanisch gelernt. Mein (hohes) Niveau musste ich, bevor ich an der Universidad de Sevilla studiert habe, nachweisen. Da denkt man doch, dass man die Sprache sehr gut beherrscht! Pustekuchen… Das gilt vielleicht für einige Teile Spaniens, aber nicht für Andalusien! Die schnelle Aussprache und die unterschiedlichen Dialekte haben mir, besonders am Anfang, sehr viele Schwierigkeiten beschert.

In Madrid angekommen, habe ich erst einmal (neben meinem Spanischkurs in Deutschland an meiner Uni) einen Sprachkurs besucht. Dort habe ich meine ersten Erfahrungen zu den unterschiedlichen Akzenten, der spanischen Kultur und der spanischen Sprache sammeln können: Spanier sprechen laut und (besonders in Andalusien) schnell!
Obwohl ich bei einem sehr guten Professor in Deutschland die spanische Sprache erlernt habe, welcher sogar selbst Spanier ist, habe ich mich immer noch nicht ausreichend vorbereitet gefühlt. Mit der Lautstärke habe ich kein Problem gehabt, da mein Professor in Deutschland auch immer geschrien und nie ein *Mikrofon benötigt hat. Dadurch, dass in der Hauptstadt Spaniens relativ klar und deutlich gesprochen wird, was perfekt zum Lernen ist, bin ich auch relativ leicht mit der Sprache zurecht gekommen. Jedoch ist dies gar nicht so einfach, besonders, wenn man nur für eine kurze Zeit in Spanien ist. Insgesamt war ich in Madrid einen Monat lang, was eigentlich immer noch zu kurz war.

In Sevilla habe ich mein erstes Auslandssemester absolviert. Als ich in der Hauptstadt Andalusiens angekommen bin, musste ich mich mit dem andalusischen Akzent auseinandersetzen. Es ist zwar ein sehr schöner Akzent, jedoch auch ein sehr gefürchteter. Es wird nicht nur sehr schnell gesprochen sondern es wird auch auf einige Buchstaben verzichtet. Ganze Sätze lassen sich in ein bis zwei Wörter kürzen, etc. Regionale Ausdrucksweisen kommen ebenfalls hinzu. In den verschiedenen Vorlesungen mit den unterschiedlichen Professoren war es oft gar nicht so einfach, alles zu verstehen… Nach ein paar Monaten habe ich mich zwar (zwangsweise) an den Akzent gewöhnt, jedoch kann ich ihn (leider) selbst (noch) nicht sprechen.

Mein zweites Auslandssemester habe ich in Barcelona verbracht. Was für ein Unterschied, als ich  angekommen bin! Die erste Hälfte des Jahres 2018 war ich in Andalusien. Diese Region ist so spanisch wie nur möglich. Die zweite Hälfte des Jahres 2018 habe ich in Katalonien verbracht. Diese Region möchte nicht zu Spanien gehören! Die Katalanen haben einen eigenen Feiertag (11. September), an welchem eine Massendemonstration stattfindet. Klicke hier, wenn du wissen möchtest, wie die Katalanen am 11. September demonstrieren. Die Hauptsprache in der Hauptstadt der spanischen Region Katalonien ist Katalan, Spanisch wird hier als Fremdsprache ausgewiesen. Nicht nur Supermärkte haben ihre Preise und Informationen ausschließlich auf Katalan, sondern auch Museen, Bibiliotheken, sogar die Universität von Barcelona nennt sich nicht “Universidad de Barcelona”, sondern “Universitat de Barcelona”. Oft kann man sich durch die spanische Sprache die katalanischen Worte herleiten, wie beispielsweise bei der Universität, dies ist jedoch nicht der Regelfall. Katalan ist eine eigene Sprache, vieles kann man sich nicht herleiten und verstehen. Für mich ist es ein Mix auf Französisch, Italienisch, Spanisch und sogar Deutsch.

 

Vorbereitung auf das Dschungelcamp – Krabbeltiere

Was mir wirklich nicht bewusst war, ist, dass, wenn du im Sommer in einem warmen Land bist, auch sehr viel Ungeziefer mit dir unter einem Dach leben kann. Egal wo, in den Parks, in öffentlichen Gebäuden, in privaten Wohnungen, auf der Straße, EGAL WO, du findest immer wieder Krabbeltiere. In Sevilla (heißeste Stadt Europas) war dies Gang und Gebe. In Barcelona sind mir auch immer wieder Krabbeltiere über den Weg gelaufen. Mitten am Tag oder in der Nacht. Klein, Mittel, Groß, ich habe alles gesehen – wirklich alles! Ob Baby- bis Riesenameisen, Baby- bis Riesenkakerlaken, irgendwelche Schaben, Ratten, mich juckt es jetzt schon wieder, klickt doch einfach hier und guck selbst (mit Bildern): Krabbeltieralarm.

Was dagegen (einigermaßen) hilft ist *Insektenspray. Auf keinen Fall mit dem Schuh platt machen, die Eier bleiben sonst kleben und du verteilst sie ÜBERALL. Egal, in welcher Region von Spanien du dich befinden solltest: Sie sind einfach ÜBERALL, sobald es (ein wenig) warm wird. Auch im Winter kann dir eins (oder mehrere) über den Weg laufen, glücklicherweise eher weniger.

 

Nicht jeder Haushalt besitzt einen Staubsauger

Was mich während meiner Zeit in Sevilla sehr gestört hat, war, dass ich keinen *Staubsauger besessen habe. Dazu, mir extra einen zu kaufen, für das halbe Jahr, in welchem ich in dieser wunderschönen Stadt gewohnt habe, war ich nicht bereit – auch wenn es sogar welche für 40 € gibt, wie hier z.B.: *günstiger Staubsauger. Wenn ich zurückblicke auf meinen längeren Aufenthalt in Madrid, hatte mein Haushalt dort ebenfalls keinen Staubsauger. Als ich längere Zeit auf Teneriffa war, habe ich häufiger meinen Wohnsitz geändert, um auch wirklich so viel von der Insel zu sehen, wie möglich. In keinen der vielen Haushalte, in welchen ich war, gab es einen Staubsauger, nur *Besen. Nun wohne ich für ein halbes Jahr in Barcelona mit meiner Vermieterin zusammen. Sie besitzt ebensowenig einen Staubsauger, wie die anderen Haushalte. Es ist wirklich selten, wenn ein spanischer Haushalt einen Staubsauger besitzt. Selbst am Meer mit dem vielen Sand wird nur gefegt und durchgewischt…

 

Die Spanier und ihr Brot…

Eigentlich hätte ich es mir denken können, dass Spanier bei jeder Mahlzeit Brot benötigen. Fünf Semester lang habe ich meinen Spanisch-Professor immer dabei beobachtet, wie er mit einer Stange Weißbrot (manchmal verspätet) aus der Pause in die Vorlesung gehuscht ist. Er hat uns immer gesagt, dass eine Mahlzeit, egal wie lecker sie auch schmeckt, keine gute Mahlzeit sei, wenn kein Brot dabei serviert wird. Jedes Essen wird in Spanien selbstverständlich mit einer Stange Weisbrot serviert, denn Brot ist für die Einheimischen ein fester Bestandteil der Mahlzeit. Auch wenn es bei vielen Gerichten keine Sauce gibt, das Brot darf nicht fehlen.

Achtung: Wenn du kein Brot dazu haben möchtest, musst du sofort, wenn der Kellner damit angerannt kommt, ihn darüber informieren, dass du keins möchtest, sonst erscheint es auf deiner Rechnung, auch wenn du nichts davon genommen hast.

 

Jobnot

Wäre es nicht schön, ewig in Andalusien zu leben und nebenbei arbeiten zu können? Nach meinem Auslandssemester in Sevilla war ich sehr traurig, aus dieser schönen Stadt wegziehen zu müssen. Mein zweites Auslandssemester, das Praxissemester, hat gerufen und dazu bin ich nach Barcelona gezogen. Spanien hat seit längerem eine Jobnot. Besonders in Andalusien kann man fast nur auf dem Land arbeiten. In den Vorlesungen haben wir immer wieder über diese Jobnot gesprochen, dass überqualifizierte Arbeitskräfte für Jobs eingesetzt werden, für die sie nicht ausgebildet worden sind. Es kann gut sein, dass eine top-ausgebildete Sekretärin zur Putzfrau wird, da sie keinen besseren Job findet.

 

Mietpreise bis zu 1.000 € pro Monat

Wer möchte gerne allein wohnen? Wie wäre es denn mit Barcelona? Vielleicht ist ein Einzimmerapartment was für dich? Oder brauchst du vielleicht doch ein wenig mehr Platz? Wie viel Geld hast du denn? Wenn du allein leben möchtest, wäre ein Einzimmerapartment etwas für dich, das kostet in Barcelona um die 1.000 € pro Monat. Bezahlbar? Nein! Deshalb wohnen immer mehr Einheimische in Wohngemeinschaften. Ich selbst wohne in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen Mädels zusammen, eine davon ist meine Vermieterin, welche bereits seit 18 Jahren in Barcelona wohnt und um die 60 – 70 Jahre alt ist. Die zwei anderen Mädels sind um die 27 – 35 Jahre alt. Unsere Wohnung ist nicht die Modernste, trotzdem zahlen wir alle für ein WG-Zimmer eine hohe Miete, vergleichbar mit einer Miete in Deutschland für eine eigene Einzimmerwohnung. In Barcelona kann man sich höchstens das leisten: *Spielzeughaus.

Auch in Sevilla war es nicht wirklich sehr billig, eine eigene Wohnung zu besitzen. Ich habe nicht im Zentrum gewohnt, jedoch auch nicht außerhalb. Vergleichsweise waren die Mieten in Sevilla jedoch etwas günstiger als in Barcelona. Während man für 300 – 500 € in Sevilla ein WG-Zimmer findet, muss man in Barcelona mit 450 – 800 € rechnen. Während man in Sevilla eine eigene Wohnung für 500 – 800 € findet, muss man in Barcelona mit 700 – 1.500 € rechnen (oder mehr). Es kommt natürlich immer wieder darauf an, in welcher Gegend du suchst, wie die Wohnung aussieht, etc. Jedoch findet man leider häufig in Barcelona erst ab 1.000 € “brauchbare” Wohnungen, besonders zu bestimmten Zeiten im Jahr.

Ich frage mich immer wieder, wie die Spanier die hohen Mietpreise überhaupt bezahlen können, sie verdienen ungefähr genauso viel wie Deutsche, trotzdem sind die Mieten extrem hoch. Bleibt überhaupt noch etwas Geld zum Leben übrig?

 

Wasser ist nicht immer trinkbar

Die meisten Einheimischen trinken es, ich trinke es auch oft, jedoch schmeckt es häufig sehr nach Chlor. Du musst auf die Region und die jeweilige Stadt achten, in welcher du dich befindest. In Sevilla haben die meisten Einheimischen das Wasser getrunken, in Granada ebenfalls. In Barcelona stehen auf den Straßen überall Wasserspender, die ebenfalls nach Chlor schmecken. Laut EU-Recht muss das Wasser europaweit trinkbar sein, jedoch wird es den einzelnen Ländern überlassen, wie sie das Wasser reinigen (siehe REACH-Verordnung).

Als ich auf Teneriffa war, hat das Wasser zudem sandig geschmeckt und ich bin beim Zähneputzen auf Flaschenwasser umgestiegen. In den vielen Dörfern Spaniens kommt regelmäßig ein „Wassermann“, welcher frisches Trinkwasser bringt. Wenn man zu seinem Tankwagen mit seinen mitgebrachten Kanistern kommt, kann man sich bei ihm Trinkwasser abfüllen. Keine Panik, du musst es nicht durch das komplette Dorf schleppen: Der Wassermann hält an verschiedenen Stellen im Dorf.

Übrigens: Spanien besitzt leider kein Pfandflaschen-System wie Deutschland. Jede Flasche, die du benutzt, wird weggeworfen… Ich habe meine Flaschen einmal gesammelt, um euch zu zeigen, wie umweltfreundlich das Deutsche Pfandflaschen-System in meinen Augen ist:

Spanien besitzt kein Pfandflaschen-System. Wasser aus der Leitung ist nicht immer trinkbar...
Spanien besitzt kein Pfandflaschen-System. Wasser aus der Leitung ist nicht immer trinkbar…

 

 

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Deine Nessi

 

P.s. Du möchtets unbedingt auswandern, jedoch nicht nach Spanien? Hier verlinke ich dir einmal einen *Ratgeber, welcher dir aufzählt, in welche Länder es sich lohnt einzuwandern.

 

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12 Kommentare zu Auswandern: Was dir niemand über Spanien verrät15 min read

  1. Ich muss direkt Mal sagen, dass ich das Pfandsystem bei uns in Deutschland wirklich toll finde. In Griechenland gab es das auch nicht und ich habe in den Mülleimern dutzende Plastikflaschen gesehen. Was für eine Verschwendung! Aber scheinbar ist das in vielen Ländern so.?
    Auch als es um die Mietpreise in Sevilla und Barcelona ging, kam mir das alles sehr bekannt vor. In Berlin kann man mit dem gleichen Problem rechnen. Die Mietpreise sind so hoch, dass meine Freundin Mal zu mir meinte, dass fast alle von den heranwachsenden Berlinern später nicht in Berlin leben werden. :/
    Dein Beitrag hat mir aufjedenfall viele neue Blickwinkel auf Spanien gezeigt und das meiste von dem wusste ich noch nicht. Teilweise war ich sogar ziemlich verwundert.?
    Spanien wäre nicht das Land in das ich auswandern würde, aber das liegt daran, dass ein anderes Land schon mein Herz erobert hat.
    Liebe Grüße
    Anastasia

    1. Guten Morgen Anastasia,
      das Pfandsystem in Deutschland ist wirklich klasse. Die Mietpreise steigen in Städten im Moment immens… :/
      Hat etwa Griechenland dein Herz erobert? 🙂
      Liebe Grüße
      Nessi

  2. Das mit dem Pfandsysthem finde ich irgendwie so schade :/ Als ich in Barcelona war, ist mir auch aufgefallen, dass es nirgendwo im Supermarkt Glasflaschen gab, aber vielleicht hab ich sie auch einfach übersehen ? Dort ist mir auch das mit den Müllcontainern aufgefallen und im Gegensatz zu dem Pfandflaschensysthem finde ich die Idee richtig gut; es ist einfach viel unkomplizierter…
    Das mit den Mietpreisen wusste ich gar nicht, aber als ich das gelesen habe, war ich gar nicht so erstaunt. Ich meine, je nachdem wo man in Deutschland leben will, sind die Preise nicht wirklich besser (wie Anastasia schon geschrieben hat)
    Das mit dem Brot und den Krabbeltieren ist mir in Barcelona überhaupt nicht aufgefallen, aber wenn ich nochmal drüber nachdenke, haben wir wirklich fast immer Brot zu allem möglichem zu Essen bekommen. Und das mir das mit den Krabbeltieren nicht aufgefallen ist, liegt höchstwahrscheinlich daran, dass wir die ganze Zeut mit Fahrrädern, die uns davor gemietet hatten, unterwegs waren…

    Ich sitze gerade übrigens im Zug nach Hildesheim und von da fahr ich weiter nach Hannover, weil ich dort eine gute Freundin besuche, die ich in England kennengelernt habe <3
    LG,
    Kara

    1. Hallo Kara,
      ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deiner Freundin aus England 🙂
      Das Pfandflaschen-System vermisse ich ganz schön hier in Spanien… So eine Verschwendung..
      In Barcelona ist es nicht so heftig wie in Sevilla, jedoch krabbelt es hier auch oft…
      Liebe Grüße
      Nessi

  3. Das war sehr spannend zu lesen! Danke für diese Einblicke. Ich bin überrascht, dass die Mietpreise in den deutschen Städten ähnlich wie in Deutschland sind. Ich habe eine Bekannte die aus Spanien ausgewandert ist, weil es dort einfach schwierig ist einen Job zu finden. Auch für junge Akademiker anscheinend.

    Liebe Grüße,
    Diana

    1. Hallo Diana,
      es freut mich, dass dir der Blogpost gefallen hat.
      In der Tat… Es ist wirklich sehr schwierig ebenfalls für junge Akademiker einen Job zu finden…
      Hoffentlich hat deine Bekannte nun einen Job (in Deutschland?) gefunden. 🙂
      Liebe Grüße
      Nessi

  4. Da hast du einige interessante Punkte zu Spanien aufgelistet. Aber einiges davon erlebt man selbst innerhalb von Deutschland. Wir sind von Köln nach München gezogen und hier ist auch vieles anders – z.B. auch was Mülltrennung betrifft.
    Liebe Grüße,
    Emilie

    1. Hallo Emilie,
      wirklich? Wow! Wie läuft denn die Mülltrennung in Köln und wie in München ab? Kann man gar nicht glauben, dass diese so unterschiedlich ist.
      LIebe Grüße
      Nessi

  5. Hallo Vanessa, wie unterschiedlich die Welten zwischen Deutschland und Spanien doch sein kann, obwohl die beiden Länder geographisch so nahe beieinander liegen.
    Ich sehe Deutschland zwar nur in wenigen Bereichen als Vorbild, aber bei dem Pfandsystem verstehe ich bis heute nicht, warum sich (fast) keiner ein Beispiel an Deutschland nimmt. Auch in Frankreich existiert dieses genauso wenig wie in Spanien. Dabei ist das Plastikproblem aktuell eines der größten Bedrohungen für diese Erde, was seit Jahren bekannt ist…
    Das mit dem Müll finde ich echt sehr vorteilhaft. Wir haben vor ein paar Wochen Sperrmüll angemeldet und irgendein Vollidiot hat doch tatsaächlich eine komplette Autokarosserie dazugelegt, die natürlich nicht mit abgeholt wurde. Über eine Woche lang lag das Teil in den Buchsbäumen vor unserer Wohnungstür, keiner hat sich drum gekümmert.
    Deutschland ist mittlerweile aber auch wirklich zu einem fast schon paranoiden Kontrollstaat geworden. Für jeden Sch*iß braucht man eine extra Genehmigung, Anträge brauchen Monate, bis sie bearbeitet werden und niemand kann sich in dem Behördendschungel zurechtfinden.
    Manchmal habe ich schon Angst, dass ich plötzlich einen Brief vom Amt bekomme und Strafe zahlen muss, weil ich etwas getan habe, wofür man eigentlich zum Amt hätte gehen müssen und sich eine Genehmigung hätte holen müssen, ohne dass ich davon wusste, weil ich es für selbstverständlich gehalten habe. Und Deutsche Ämter arbeiten ungefähr so effizient wie die Bauarbeiter des Berliner Flughafens (Und ja ich bin gerade ein bisschen stolz auf mich, dass mir so ein schöner Vergleich eingefallen ist :D).
    Ich erinnere mich noch an eine Statistik aus einem Schulbuch in Wirtschaft und Politik. Dort war abgebildet, wie aufwändig es in verschiedenen Ländern ist, eine eigene Firma zu gründen, d.h. wie viele Genehmigungen man braucht, welche Anträge man in welcher Frist stellen muss und welche Anforderungen man erfüllen muss usw.
    In keinem anderem Land dauerte eine Firmengründung so viele Tage wie in Deutschland!
    Versteh einer manchmal die Gesetze in diesem Land *hier Facepalm emoji einfügen, schreib die Kommentare immer auf dem Laptop :DD* xD
    So, bevor ich mich jetzt noch weiter über die bescheuerten Gesetze und Regelungen dieses Landes aufrege, sage ich besser gute Nacht 😀
    LG Hendrik

    PS: Wusste gar nicht, dass Brot in Spanien so beliebt ist, ich dachte immer, wir Deutschen sind Weltmeister was Brotherstellung und -Konsum angeht :O
    PPS: Ich werde die Anwesenheit unseres Staubsaugers ab jetzt sehr zu schätzen wissen^^

    1. Hey Hendrik,
      hahahaha !!! Ich liebe deine Kommentare!!
      Erst einmal deinen Staubsauger solltest du wirklich zu schätzen wissen, die Teile sind toll!! Ich habe leider seit langem keinen mehr gesehen 🙁 Wirklich sauber wird es irgendwie auch nicht, da auch wenn man nach dem kehren durchwischt immer noch Dreck in den vielen Ritzen ist…
      Achja… die deutschen Behörden.. ob du es mir glaubst oder nicht, die Spanier können auch ganz schön bürokratisch sein, jedoch legen sie beispielsweise bei dem Müll (der so oder so entsorgt werden muss, angemeldet oder nicht) nicht so viel Wert auf die Bürokratie.
      Das mit dem fehlenden PFandsystem werde ich nie verstehen… Das kann doch nicht so schwer sein eins einzuführen…
      Liebe Grüße
      Nessi

  6. Was für ein unglaublich guter und ausführlicher Artikel.
    Ich selber bin jedes Jahr für einen Monat unten, von dem her kannte ich die meisten kulturellen Unterschiede schon.

    Dennoch hast du deinen Artikel mega gut recherchiert und auch mich hat es an einigen Punkten (zum Beispiel die Uhrzeit) überrascht.

    Ein unglaublich lesenswerter Artikel für jeden, der sich vornimmt längere Zet in Spanien zu verbringen.

    Gruß,

    Wiebke

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